Nationalpark-Haus

Das Gebäude des Nationalpark-Hauses in Dornumersiel befindet sich im Eigentum der Gemeinde Dornum. Das Nationalpark-Haus wird gemeinsam von der Gemeinde Dornum und dem Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Niedersachsen e.V. (BUND) betrieben. Gemeinde und BUND tragen damit zur Umsetzung des Auftrages aus dem Nationalparkgesetzes bei.

Die Gestaltung des Nationalpark-Hauses sowie der dort präsentierten Ausstellungen und durchgeführten Programme erfolgen in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer.
Nach der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP für die Legislaturperiode 2008-2013 sollen Naturschutzeinrichtungen und -projekte der anerkannten Naturschutzverbände – wie das Nationalpark-Haus – stärker als bisher gefördert werden (vgl. Koalitionsvereinbarung S. 19).
Das Nationalpark-Haus in Dornumersiel liegt in einer der Modellregionen nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Naturerlebens sowie der nachhaltigen Entwicklung in Modellregionen vom 15.10.2007 (51-22312/01).

Aufgaben, Ziele:

Das Nationalpark-Haus und seine Angebote:

Das Nationalparkhaus Dornumersiel ist Bestandteil des Netzwerkes der Informations- und Umweltbildungsangebote des Nationalparks Niedersächsisches Wattemeer und der damit beschäftigten Einrichtungen. Die Vermarktung erfolgt daher auch über die Internetseiten der Nationalparkverwaltung.
Darüber hinaus vermittelt das Nationalpark-Haus seine Angebote auch über eine eigene Internetseite.
Die Angebote des Nationalparkhauses werden auch von der Fremdenverkehrs-GmbH in ihren Printmedien und auf ihren Internetseiten beworben.
Das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ wird derzeit insbesondere im Rahmen der Mitwirkung als Netzwerkpartner an der Internationalen Wattenmeerschule (IWSS) Kindern, Schülern und Jugendlichen nahegebracht. Das Nationalpark-Haus und sein Angebot wird daher auch über die Werbung der IWSS verbreitet. Als Teilangebot der IWSS wird das Nationalpark-Haus auch über die Seiten des Naturfreunde-Projektes „Lust auf Natur“ beworben.

In der 2010 neu erstellten Dauerausstellung  werden die Themen „Nachhaltige Entwicklung“ der Region, insbesondere der thematische Schwerpunkt der nachhaltigen Energiegewinnung und -erzeugung gezielt präsentiert. Dabei geht es vorrangig um den Spannungsbogen zum Natur- und Landschaftsschutz.

Aufgaben:

Das Nationalpark-Haus Dornumersiel hält Informationen über die faszinierende Landschaft des niedersächsischen Wattemeeres, die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen sowie die Entwicklung der Landschaft und ihrer Bedrohung durch zu intensive Erschließung und Nutzung bereit. Das Nationalpark-Haus stellt damit einen wichtigen Baustein des touristischen Angebotes der Region dar. Die Hausangebote und Ausstellung bieten als Indoor-Angebote Ausflugs- und Erlebnismöglichkeiten bei ungünstiger Witterung. Die Programmangebote mit dem Ausgangs- und Endpunkt Nationalpark-Haus Dornumersiel sind Teil des touristischen Ausflugsangebotes des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Die Informationen sollen die Besucher animieren, die umliegende Naturlandschaft zu erfahren, zu begreifen, zu bestaunen und sie an die Möglichkeiten heranführen, sie im Rahmen der touristischen Nutzung nachhaltig zu erleben. Ein großer Teil der Programmangebote ist auch auf Familien ausgerichtet.

Das Angebot der Einrichtung steht der ortsansässigen Bevölkerung über das gesamte Jahr zur Verfügung. Sie kann sich dort auch über aktuelle Entwicklungen informieren, die sich im Nationalpark Wattemeer abspielen (Bestandsentwicklungen bei Tierarten, Entwicklung der Windkraftnutzung, Küstenschutzmanagement im Nationalpark, usw.). Ermöglicht wird dies insbesondere durch die periodische Aktualisierung und Ergänzung der Ausstellungsinhalte und -themen. Ziel ist es, die Bevölkerung über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Schutzmaßnahmen, aber auch über die Ausrichtung von anderen Entwicklungen zu informieren, die in Summa eine nachhaltige Entwicklung der Region gewährleisten können.

Besonders mit Kindergärten und Schulen der umliegenden Gemeinden bestehen langjährige Kooperationen. Der Unterricht in den Klassenräumen der Schulen wird durch Informationen im Nationalpark-Haus Dornumersiel, bei Exkursionen und durch die Vor- und Nachbereitung unter fachkundiger Anleitung ergänzt. Auch diese Aktivitäten sind darauf angelegt, die Grundlagen für eine nachhaltiges Wirtschaften und Verhalten bereits in Kinder- und Jugendzeiten zu verankern; basierend auf dem Landschaftserleben und –erfahren als emotionaler Grundlage bis hin zur stärker rationalen Bearbeitung bei älteren Jahrgängen.

Konzeption der neuen Ausstellung und deren Umsetzung:

Bei Umbau des Hauses 2010 und der Ausstellungskonzeption wurde berücksichtigt, dass es sich um eine Einrichtung handelt, die mehrere Funktionen zu erfüllen hat:

  • Information und Umweltbildung für die ortsansässige Bevölkerung, einschließlich umliegender Schulen als Beitrag für mehr Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft für eine nachhaltige Entwicklung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer,
  • Information und Umweltbildung für Schulklassen und Jugendgruppen (mehrtägige Angebote) als Gäste im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer,
  • Referendar- und Lehrerfortbildung, universitätsexterner Studienort für Praktika und Prüfungen,
  • Tourismus-Informationsstelle für Urlaubsgäste und Tagesgäste,
  • Ausgangspunkt für Beiträge zum touristischen Produktangebot der Destination.

Die Ausstellung ist im EG untergebracht werden.
Die neuen Ausstellungsräume erlauben einen Rundgang durch das Nationalpark-Haus, inhaltlich / thematisch und didaktisch wird einem roten Faden gefolgt (z. B. „Von der Küste zur Insel“; s. u.).
Im 1. OG. sind vorwiegend Arbeits- und Experimentiermöglichkeiten vorgesehen. Die Vortragsräume können auch unabhängig vom Ausstellungsbetrieb / -besuch genutzt werden.
Sämtliche Räumlichkeiten sind barrierefrei realisiert worden.
Wesentliches inhaltliches Ziel der Ausstellung ist, den o. g. Zielgruppen Natur und Landschaft des Nationalparks sowie die darüber hinaus gehenden Flächen des UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer in ihrer Bedeutung und Schutzwürdigkeit nahe zu bringen.
Die Region soll allen Besuchern als Natur- und Kulturlandschaft, wie auch als Wirtschaftsraum, und insbesondere als bedeutende niedersächsische Tourismusregion dargestellt werden.

Ziel ist u. a. auch, das Interesse der Gäste für die Einbeziehung des Hinterlandes der Küste in ihrer Urlaubs- und Ausflugsaktivitäten zu wecken mit dem Ziel, auch dort wirtschaftliche Effekte zu generieren, die bisher überwiegend der engeren Küstenregion vorbehalten sind.
Die neue Ausstellung konzentriert sich, neben der Grundinformation zum Nationalpark, auf zwei Schwerpunktthemen, wie es die Richtlinien für die Nationalpark-Einrichtungen vorsehen. Angesichts der Schwerpunkte im Umfeld des Nationalpark-Hauses wurden die Themen ‚Energie’ und ‚Von der Küste zur Insel’ ausgewählt. Für das Thema Energie spricht, dass die Region eine ‚Energiedrehscheibe’ darstellt: Europipe, Anlandung Seekabel der Offshore-Windkraftanlagen und alle Formen der regenerativen Energieerzeugung im Nahbereich erlebbar sind.                           

Das zweite Thema ‚Von der Küste zur Insel’ bietet sich an, weil in unmittelbarer Nähe die Wattwanderroute Neßmersiel-Baltrum vorbei führt, die am stärksten frequentierte Route an der niedersächsischen Küste, und daher in diesem Nationalparkhaus ein hervorragender Anknüpfungspunkt für vertiefende Informationen besteht. Die Gemeinde Dornum hat sich zum Mekka für Wattwanderer zentral im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" entwickelt.

Zu den innovativen Ansätzen, die mit der Ausstellung verfolgt werden, gehört die Darstellung von wirtschaftlichen Entwicklungen, die sich im Küstenbereich vollziehen, z. B. Windkraft (on- und offshore), Kabeltrassen, verstärkte Biomassenproduktion, mehr Photovoltaik usw. und ihrer ambivalenten Wirkungen für eine nachhaltige Entwicklung. Gestärkt werden soll damit die Fähigkeit der Besucher, die Ziele und positiven Wirkungen dieser Entwicklungen zu erkennen, aber auch mögliche negative Effekte bei einer Realisierung an unverträglichen Standorten, in unangemessenen Dimensionen usw. zu erfassen. Es soll den Besuchern ein Forum geboten werde, sich über die verschiedenen Argumente eine eigene Meinung zu bilden.